Ein UKW-Funkgerät an Bord ist schnell gekauft. Bedienen darfst du es aber nur mit dem passenden Funkbetriebszeugnis, auch ein Handfunkgerät und auch dann, wenn du es nur für den Notfall dabeihast.
Für Freizeitskipper gibt es zwei Scheine: das SRC für die See und das UBI für Binnengewässer. Hier steht, welchen du brauchst und wie du ihn in fünf Schritten machst.
In 5 Schritten zum Funkschein
1. Den richtigen Schein wählen
Das SRC, ausgeschrieben Short Range Certificate, brauchst du für UKW-Seefunk auf Nord- und Ostsee. Das UBI ist das Zeugnis für den Sprechfunk auf Binnenschifffahrtsstraßen. Wer auf beiden Revieren unterwegs ist, braucht beide. Mit einem SRC in der Tasche fällt die UBI-Prüfung allerdings deutlich kürzer aus, sie hat dann nur noch zehn Fragen.
Das Zeugnis ist personengebunden. Die Funkanlage selbst braucht zusätzlich eine Zuteilung der Bundesnetzagentur mit Rufzeichen und bei DSC-Geräten einer MMSI. Wer gar kein Funkgerät an Bord bedient, braucht auch kein Funkzeugnis.
2. Alter prüfen und anmelden
Für SRC und UBI musst du mindestens 15 Jahre alt sein. Zur Prüfung zugelassen wirst du schon mit 14 Jahren und 9 Monaten. Abgenommen werden beide Prüfungen derzeit von den Prüfungsausschüssen der Verbände DSV und DMYV, die Gebühren sind bundesweit einheitlich.
3. Die Theoriefragen lernen
Beim SRC kommen die Fragen aus einem Katalog mit 180 Fragen. In der Prüfung bekommst du einen Bogen mit 24 Fragen und hast dafür höchstens 30 Minuten, bestanden ist ab 19 richtigen Antworten. Beim UBI umfasst der Katalog 130 Fragen, im Bogen stehen 22, davon müssen 17 stimmen.
Wer die Fragen für den Funkschein online üben will, findet dort alle Fragen für SRC, UBI und LRC mit Prüfungssimulation. 50 Fragen und eine Probeprüfung sind kostenlos, ein einzelner Schein kostet einmalig 24,99 Euro. Der Trainer ist ein unabhängiges Angebot und keine Prüfungsstelle.
4. Funktexte und Buchstabiertafel üben
Beim SRC ist der Fragebogen nur ein Teil. Dazu kommen englische Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsmeldungen: Du nimmst eine Meldung auf und übersetzt sie ins Deutsche, außerdem formulierst du eine deutsche Vorlage auf Englisch und sprichst sie mit der internationalen Buchstabiertafel. Für jede Aufgabe hast du höchstens 15 Minuten. Das ist für viele der schwierigste Teil, deshalb lohnt es sich, die Funktexte früh laut zu üben.
Das UBI ist dagegen rein deutschsprachig. Englisch spielt dort keine Rolle.
5. Praxis am Funkgerät ablegen
In der praktischen SRC-Prüfung sitzt du höchstens 20 Minuten an einem UKW-DSC-Gerät, meist zusammen mit einem zweiten Bewerber. Geprüft werden DSC-Alarmierung und Sprechfunk auf Englisch, auf Deutsch kommen ein Routineanruf und das Gebieten von Funkstille dazu. Beim UBI nimmst du an einem Binnenfunkgerät eine deutsche Meldung auf und gibst eine ab. Eine mündliche Prüfung gibt es bei beiden Scheinen nicht.
Was kostet der Funkschein?
Die Gebühren sind fest. Das SRC kostet zusammen 127,88 Euro für Zulassung, Theorie, Praxis und Ausstellung. Das UBI kostet 108,71 Euro. Kurse bei Bootsschulen kommen dazu, viele bereiten in einem Wochenende auf beide Scheine vor.
Wer gerade die Elektronik an Bord plant, findet bei uns auch einen Überblick, warum sich ein Navigationsgerät auf dem Boot lohnt.
Häufige Fragen
Brauche ich für ein Handfunkgerät einen Funkschein?
Ja. Auch ein UKW-Handfunkgerät darfst du nur mit einem Funkbetriebszeugnis bedienen, selbst wenn es nur für den Notfall an Bord ist.
Reicht das SRC auch auf Binnengewässern?
Nein. Für den Sprechfunk auf Binnenschifffahrtsstraßen brauchst du das UBI. Mit einem SRC legst du dafür aber nur eine verkürzte Ergänzungsprüfung mit zehn Fragen ab.
Ist die SRC-Prüfung auf Englisch?
Zum Teil. Die Theoriefragen sind auf Deutsch, die Funktexte und ein Teil der Praxis aber auf Englisch.

